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No. 5 – Kräuter und Gefässe für den Balkon

Die Vielfalt an Pflanzen ist so gross, dass ich oft gar nicht weiss, was ich alles anpflanzen soll und meist viel zu viele Samen und Jungpflanzen einkaufe. Beim Anlegen des Gartens und der Wahl der Kräuter und Blumen gehe ich meist nach dem „Lustprinzip“ vor. Dabei stehen die eigenen Vorlieben und die meiner Familie im Vordergrund. Bei uns kommt alles in den Garten, was gut schmeckt, schön aussieht und fein duftet! Natürlich wird die Auswahl auch durch das Ernährungsbedürfnis beeinflusst. Grundsätzlich ist es ja so, dass Menschen die gerne gärtnern, auch gerne essen!

Damit die Kräuter auf dem Balkon gleichmäßig wachsen, drehe ich die Kasten und Töpfe einmal wöchentlich, damit die Pflanzen rundum Sonne und Licht erhalten und giesse 3-4-mal pro Woche. Wenn am Morgen gegossen wird, haben die Pflanzen tagsüber Zeit die Feuchtigkeit aufzunehmen und abzutrocknen. Ein Giessen in der Mittagshitze im Sommer kann dazu führen, dass die Kräuter «verbrennen» und beim Giessen am Abend, gehen die Pflanzen feucht in die Nacht, was zu Pilzbefall führen kann. Eine Vielzahl von Pflanzengefäßen kann man im Gartencenter kaufen. Vom einfachen Kunststofftopf über Tongefäße bis hin zum Balkonkasten aus Holz. Damit das Angepflanzte nicht vertrocknet oder verbrennt, verzichte ich auf schwarze Plastiktöpfe und gebe Tongefäßen den Vorzug. Sie speichern überschüssiges Gießwasser und geben es später wieder in die Erde ab. Durch das Vollsaugen mit Wasser und das anschließende Verdunsten überhitzen Tongefäße nicht so schnell. Kulturpflanzen wie Tomaten, Gurken, Paprika und Auberginen brauchen große Töpfe, während für die meisten Kräuter kleinere Töpfe oder Balkonkästen ausreichen. Wärmeliebende Kräuter wie Rosmarin oder Eisenkraut pflanzen ich einzeln in Tontöpfe, die ich im Herbst an warme Standorte in der Küche oder im Wintergarten stelle, sodass auch in den kalten Monaten geerntet werden kann. Als Pflanzenerde eignet sich gewöhnliche biologische Blumenerde, die ich mit etwas Kompost anreichere.

Ich säe die Gartensaison hindurch meist im 2-3 Wochen Rhythmus nach, damit wir immer genügend Kräuter für die Küche haben. Frisch geerntet schmecken Kräuter nämlich am besten. Meistens sind es die jungen Triebspitzen oder Blättchen, die wir verwenden. Durch regelmäßiges Ernten werden die Pflanzen zu einem buschigen Wachstum angeregt. Schnittlauch, Minze oder Zitronenmelisse schneide ich zwischendurch auch ganz zurück. Dadurch bleiben die Pflanzen kompakt und bilden schöne neue Triebe aus.
Wenn ganze Triebe verwendet werden, ist der richtige Erntezeitpunkt kurz vor der Blüte, idealerweise am späten Morgen, wenn der Tau gut von den Blättern abgetrocknet ist. Neben dem Frischgebrauch lassen sich viele Kräuter auch trocknen. Dafür werden gesunde, nicht von Schädlingen oder Krankheiten befallene Triebe an einem luftigen, schattigen Ort kopfüber aufgehängt. Nach dem Trocknen muss man die Blätter und Blüten sorgfältig ablesen und in dicht schließende Gläser oder Dosen abfüllen.

Auf den umliegenden Wiesen unserer Kräuterfelder im Weissbad und im naheliegenden Wald wachsen jetzt bereits einige wichtige Heilpflanzen und Kräuter, welche sich hervorragend für Frühjahrskuren eignen. Ich verwende Bärlauch, Birke, Brennnessel, Brunnenkresse, Gänseblümen, Löwenzahn, Spitzwegerich und Scharbockskraut hauptsächlich für Tees, Kräutersuppen, Frühlingssalate, Gemüse und Smoothies. Das faszinierende daran ist, dass diese Pflanzen nichts kosten und täglich auf Spaziergängen frisch geerntet werden können.

Als Gartenliebhaber erfüllt mich die Arbeit mit den Pflanzen mit viel Freude. Gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit mit den weltweit stattfindenden Turbulenzen bin ich dankbar, ein Stück Erde bepflanzen zu dürfen. Ich brauche nicht mehr zu reisen. Ich bin angekommen. Die ganze Welt entfaltet sich in meinem Garten.

Und so halte ich es wie Voltaire in seinem Roman „Candide“: Il faut cultiver notre jardin

Mit den besten Wünschen aus dem Appenzeller Kräuterhaus

Remo Vetter

Auf Fragen, Anregungen und den Austausch mit Ihnen freuen wir uns sehr. Sie erreichen uns unter mail@kraeuterhaus-appenzell.ch

Der nächste Blogeintrag erscheint am Freitag 30. April 2021.

Remo Vetter

Über den Autor

Remo Vetter

Remo Vetter, 1956 in Basel geboren, langjähriger Geschäftsführer eines international tätigen Naturheilmittelherstellers und mehrfacher Buchautor «The Lazy Gardener». Als Gartengestalter realisierte er zahlreiche Gartenprojekte in der Schweiz, in England und Irland. Langjährige Vortrags- und Seminartätigkeit im In- und Ausland über Nachhaltigkeit, Naturzusammenhänge, Entschleunigung und Sinnfindung. Zahlreiche Auftritte in Radio, Fernsehen und Printmedien im In- und Ausland. Lebt seit 40 Jahren in Teufen AR.

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