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No. 9 – Leben al Fresco

Der Frühsommer ist für mich die Zeit, in der die Arbeit draussen so richtig Spass und Freude macht. Das Gärtnern ist jetzt angenehm, denn die anstrengenden Tätigkeiten wie das Vorbereiten der Beete, das Säen und Pflanzen sind abgeschlossen. Wichtig ist, dass die Routinearbeiten nicht vernachlässigt werden. Das heisst: Immer wieder jäten, beziehungsweise den Boden mit der Pendelhacke unkrautfrei halten, ausreichend giessen und die Schädlinge im Auge behalten.

Vom richtigen Giessen

Zu einer der wichtigsten Aufgaben an warmen Frühsommertagen gehört das Wässern der Pflanzen. Am besten giesst man frühmorgens, denn in der Mittags- und Nachmittagshitze verdunstet das Wasser sehr schnell, und Wassertropfen auf den Blättern können zudem zu Verbrennungen führen, da sie wie ein Brennglas wirken. Ich habe ausserdem festgestellt, dass es so auch zu weniger Schneckenbefall kommt. Denn die Pflanzen haben den Tag über Gelegenheit abzutrocknen, bevor nach Sonnenuntergang die gefrässigen Plagegeister auftauchen, die von Feuchtigkeit zusätzlich angezogen werden. Wer am Abend wässert, läuft Gefahr, dass sich die Schnecken nachts hemmungslos über die nassen Pflanzen hermachen.

Jungpflanzen müssen häufiger gegossen werden, da sie noch keine starken Wurzeln ausgebildet haben. Prinzipiell sollte man nur die Erde um die Pflanzen herum giessen und nicht die ganze Pflanze mit Wasser benetzen – denn dadurch breiten sich auf den Blättern schnell Pilzerkrankungen aus.

Die Erntezeit naht

Praktisch alles, was ich zeitig im Frühjahr ausgepflanzt habe, ist jetzt und in den folgenden Wochen erntereif. Ich kehre jeden Abend mit einem Korb voll aromatischer Tomaten, Zwiebeln, Salaten, Auberginen, Artischocken und herrlich duftenden Kräutersträussen ins Haus zurück. Die Rosen beginnen zu blühen und verströmen einen betörenden Duft.

Der Garten ist von kräftigen Farben, Formen und Düften einjähriger Blumen und Kräutern erfüllt. Die meisten dieser Pflanzen haben essbare Blüten, Blätter und Samen. Kapuzinerkresse beispielsweise wächst problemlos in jedem Garten. Die pfeffrig scharfen Blätter enthalten Vitamin C, und die leuchtenden Blüten geben als Dekoration jedem Salat das gewisse Etwas. Die Samen können übrigens als «falsche Kapern» verwendet werden. Ich nutze jetzt all die herrlich duftenden Kräuter, um wunderbare Kräuteröle und Salze herzustellen.

Rezept Kräuteröl

  • 1 l kaltgepresstes Olivenöl
  • 1 Tl weisse Pfefferkörner
  • 1Tl rote Pfefferkörner
  • 2 Zweige Rosmarin
  • 2 Zweige Thymian
  • 6 Wachholderbeeren
  • ½ TL Salz

Das Oel leicht erwärmen, Gewürze und Kräuter und Salz hinzufügen. Mindestens 30 Minuten ziehen lassen, anschliessend in eine schlanke Flasche umfüllen und an einem lichtgeschützten Ort etwa 4-6 Wochen durchziehen lassen.

Je nach persönlichem Gusto können auch andere Kräuter wie zum Beispiel Verveine, Majoran, Melisse, Estragon oder Pfefferminze verwendet werden und ich gebe auch gerne einige Knoblauchzehen dazu.

Rekordernten aus dem Hochbeet

Eine spannende Alternative für urbane Gärtner ist es, ein oder mehrere Hochbeete aufzustellen und damit Rekordernten einzufahren. Und dazu braucht es nicht einmal einen Garten.

Ein Hochbeet lässt sich nämlich leicht im Vorgarten, dem Hinterhof, ja sogar auf einer grösseren Terrasse installieren. Diese Beetform hat viele Vorteile. Es schont den Rücken, das Gemüse wächst dank vieler Nährstoffe und zusätzlicher Bodenwärme optimal und es lässt sich leicht vor Schneckenfraß und Mäusen schützen. Gleichzeitig kann mit bis zu 30 Prozent größeren Erträgen als in herkömmlichen Beeten gerechnet werden und dies in Rekordzeit. Das hat mit den unterschiedlichen Aufbauschichten eines Hochbeetes zu tun; die unteren Schichten bestehen aus Ästen, Laub, Grobkompost und Kräuterzusätzen wie Beinwell und Brennnesseln. Die durch diese „Zutaten“ entstehenden Zersetzungsprozesse im frisch angelegten Hochbeet erzeugen Wärme und unterstützen das Pflanzenwachstum.

Mit den besten Wünschen aus dem Kräuterhaus Appenzell

Remo Vetter

Auf Fragen, Anregungen und den Austausch mit Ihnen freuen wir uns sehr. Sie erreichen uns unter mail@kraeuterhaus-appenzell.ch.

Der nächste Blogeintrag erscheint am Freitag 25. Juni 2021.

Über den Autor

Remo Vetter

Remo Vetter, 1956 in Basel geboren, langjähriger Geschäftsführer eines international tätigen Naturheilmittelherstellers und mehrfacher Buchautor «The Lazy Gardener». Als Gartengestalter realisierte er zahlreiche Gartenprojekte in der Schweiz, in England und Irland. Langjährige Vortrags- und Seminartätigkeit im In- und Ausland über Nachhaltigkeit, Naturzusammenhänge, Entschleunigung und Sinnfindung. Zahlreiche Auftritte in Radio, Fernsehen und Printmedien im In- und Ausland. Lebt seit 40 Jahren in Teufen AR.

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