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No. 2 – Kräutersagen

Heutzutage gehen viele Menschen unachtsam durch den Wald oder über eine Waldwiese und sehen nur Unkräuter, Büsche und Bäume stehen. Früher hingegen wussten unsere Grosseltern und Urgrosseltern noch sehr genau, dass gegen jede Krankheit ein Kraut gewachsen ist. Für jedes Wehwehchen hatten sie ihr oft geheim gehaltenes Hausrezept, und zu jeder Pflanze kannten sie eine gute Geschichte und Sage. In nordischen Ländern aber auch im Appenzellerland lebt die Tradition der Sagen und des Kräuterwissens auch heute noch. Es ist noch nicht so lange her, seit man hier Naturärzte als Kräuterzauberer und Kräuterhexen bezeichnete, doch insgeheim bei Ihnen um Rat und Hilfe angefragt hat.

Aufbruch

Frühling liegt in der Luft! Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen beginnt für mich die Arbeit im Kräutergarten und damit einer der schönsten Monate des Jahres. Die Natur ist im Aufbruch, es taut und tropft; Fauna und Flora erwachen.

Erste Aussaaten in Frühbeet und Haus

Es ist Zeit für die ersten Aussaaten in Frühbeet und Saatschalen. Empfindliche Kräuter, die konstante Temperaturen brauchen, ziehe ich im Haus vor und warte, bis es draußen wärmer wird. Als erstes bereite ich die Saatbeete, Folientunnels und Frühbeete vor, indem ich diese jäte und behutsam durchharke, damit der Boden locker und feinkrümelig wird und die Samen leichter keimen können. Eine Düngung vor der Aussaat tut dem Boden gut. Ich verwende dafür Stein- und Algenmehl sowie Feinkompost.

Wenn die Sämlinge in den Anzucht- oder Saatkästen ein paar Blätter gebildet haben, setze ich sie einzeln in größere Töpfe oder Saatschalen. Dabei gehe ich sehr vorsichtig mit einem Pikierholz vor und achte darauf, dass die feinen Pflanzenwurzeln nicht Schaden nehmen. Nach dem Pikieren bilden die jungen Pflänzchen kräftige Wurzeln, da sie jetzt genügend Platz zum Wachsen haben.

Eine Grundvoraussetzung damit die Saat aufgeht, sind vor allem die Faktoren Licht, Wasser und Wärme und neben der Temperatur spielt auch die Tageslänge eine wichtige Rolle.

Kräuterfavoriten

Kräuter können auf vielerlei Arten angebaut werden. Sei es in Kräuterrabatten, kombiniert mit Sommerblumen, integriert in Staudenbeeten, in Kräuterspiralen oder in unterschiedlichsten Töpfen, Kästen und Gefäßen. Verschiedene Kräuter gedeihen in einem Topf am besten alleine, da sie sehr wüchsig sind und die anderen Kräuter verdrängen würden, so zum Beispiel Liebstöckel und Minze.

In erster Linie pflanze ich Kräuter, die von der Familie geschätzt werden. Unsere Favoriten sind Basilikum, Schnittlauch, Rosmarin, Thymian, Petersilie, Salbei, Melisse, Eisenkraut und Stevia zum Süßen.

Die richtige Erde und Wahl des Standortes für den Kräutergarten

Als Pflanzerde eignet sich gewöhnliche, biologische Blumen- oder Gemüseerde, die ich mit etwas Kompost anreichere. Kräuter sind Schwachzehrer, sollten also keine zu reiche Erde und keinen Mist erhalten.

Tipp: Schnittlauch vermehren

Bevor der Schnittlauch seine typischen langen Stiele bildet, grabe ich die Wurzelballen vorsichtig aus, teile diese, schneide die Stiele etwas zurück und grabe ihn gleich tief wieder ein. Durch diese Maßnahme hat der Schnittlauch wieder mehr Platz, um sich zu entfalten und zu wachsen.

Kräuter für die Küche sollten nahe beim Haus gepflanzt werden. Mir kommen beim Kochen laufend neue Kräuter-Variationen in den Sinn. Dann eile ich in den Garten, um das gewünschte Kraut zu holen. Für mich sind Kräuter das absolute Nonplusultra, der «finishing-touch» eines jeden Gerichts! Was wären Tomaten und Mozzarella ohne Basilikum, eine Omelette ohne Schnittlauch oder Petersilie, eine Lammkeule mit Kartoffeln ohne Rosmarin? Das Sammeln der aromatischen Pflanzen vor dem Kochen ist für mich Lebensqualität und Luxus pur. Das Pflücken der frischen, duftenden Kräuter erfüllt mich jedes Mal mit grosser Dankbarkeit und darum ich bin der Meinung, ein Kräuterbeet sollte in keinem Garten fehlen.

Sogar jetzt im ausklingenden Winter können bei frostfreiem Wetter bei immergrünen Kräutern wie Thymian, Salbei oder Bohnenkraut einzelne Blättchen geerntet werden. Wenn im Sommer ganze Triebe verwendet werden, so ist der richtige Erntezeitpunkt normalerweise kurz vor der Blüte, idealerweise am späteren Morgen, wenn die Kräuter vom Morgentau gut abgetrocknet sind.

Kräuter lassen sich auch sehr gut in Schalen, Kübeln und Balkonkisten ziehen. Basilikum und Rosmarin sind in rauen Lagen dankbar für einen wettergeschützten Platz, aber dazu mehr, wenn ich in einem späteren Blog über urbane Gartenlust und Balkongärtnern schreibe.

Mit den besten Wünschen aus Kräuterhaus in Appenzell

Remo Vetter

Auf Fragen, Anregungen und den Austausch mit Ihnen freuen wir uns sehr. Sie erreichen uns unter mail@kraeuterhaus-appenzell.ch oder in untenstehenden Kommentarfeldern.

Remo Vetter

Über den Autor

Remo Vetter

Remo Vetter, 1956 in Basel geboren, langjähriger Geschäftsführer eines international tätigen Naturheilmittelherstellers und mehrfacher Buchautor «The Lazy Gardener». Als Gartengestalter realisierte er zahlreiche Gartenprojekte in der Schweiz, in England und Irland. Langjährige Vortrags- und Seminartätigkeit im In- und Ausland über Nachhaltigkeit, Naturzusammenhänge, Entschleunigung und Sinnfindung. Zahlreiche Auftritte in Radio, Fernsehen und Printmedien im In- und Ausland. Lebt seit 40 Jahren in Teufen AR.

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